In der Praxis werden in Ausschreibungen und Beratungsgesprächen häufig zahlreiche Frameworks, Zertifizierungen und Prüfberichte genannt. Dabei entsteht oft der Eindruck, dass für jede Anforderung ein separates Zertifikat notwendig ist.
Tatsächlich bestehen jedoch erhebliche inhaltliche Überschneidungen zwischen vielen dieser Nachweise.
Ein gut etabliertes Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO 27001 in Kombination mit ergänzenden Prüfungsnachweisen (z. B. IDW PS 951 Typ 2), deckt bereits einen großen Teil der typischen Kunden- und Regulatorik-Anforderungen ab.
Ziel ist eine transparente Einordnung statt unreflektierter Zertifikatsakkumulation.
IKT-Risikomanagement
operative Resilienz
Incident-Management
Drittparteien- und Auslagerungssteuerung
Ein eigenständiges „DORA-Zertifikat“ existiert nicht. Finanzinstitute müssen vielmehr gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden (z. B. BaFin, Bundesbank sowie europäischen Aufsehern) die Umsetzung entsprechender Maßnahmen nachweisen.
Die primär adressierte Einheit bleibt stets das regulierte Finanzunternehmen. Anforderungen an Dienstleister ergeben sich aus vertraglichen Regelungen, etwa hinsichtlich Sicherheitsanforderungen, Meldeprozessen oder Resilienztests.
Die vorhandene ISO-27001:2022-Zertifizierung sowie das IDW-PS-951-Typ-2-Testat des Dienstleisters stellen wesentliche Bausteine dar, die Finanzkunden zur Erfüllung ihrer DORA-Pflichten nutzen können.
Die axilaris GmbH ist weder unmittelbar DORA-pflichtig noch wird er allein durch die Betreuung regulierter Kunden automatisch zum KRITIS-Betreiber.
Relevanz und Umfang regulatorischer Anforderungen werden projektspezifisch über vertragliche Vereinbarungen festgelegt. Dazu zählen insbesondere Sicherheits- und Compliance-Anhänge, Audit- und Kontrollrechte sowie abgestimmte Melde- und Reportingprozesse.
Durch die Registrierung als „wichtige Einrichtung“ im Rahmen des NIS-Verfahrens beim BSI, die Herstellung der Meldefähigkeit sowie die nachweislich etablierten Kontrollen gemäß ISO 27001:2022 und IDW PS 951 Typ 2 verfügt die axilaris GmbH über ein belastbares Sicherheits- und Compliance-Fundament.
Damit werden genau jene Nachweise erbracht, die regulierte Kunden benötigen, um ihre gesetzlichen Verpflichtungen zur Absicherung der Lieferkette zu erfüllen.
ISO 27001: Internationaler Standard für ein Informationssicherheits‑Managementsystem (ISMS). Zertifizierbar. Legt Management‑Prozesse, Risikomanagement und Controls für Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit fest.
ISO 27017: Leitfaden für Informationssicherheit in Cloud‑Diensten (zusätzliche Controls für Cloud‑Provider und Cloud‑Kunden). Nicht eigenständig zertifizierbar, sondern als „Erweiterung“ der ISO‑27001‑Zertifizierung nutzbar (Scope‑Erweiterung/Statement of Applicability).
ISO 27018: Datenschutz für personenbezogene Daten in Public‑Cloud‑Umgebungen (Privacy Controls für Cloud‑Provider als Auftragsverarbeiter). Häufig als Erweiterung zu ISO 27001 auditierbar.
ISO 27701: Privacy Information Management System (PIMS) als Erweiterung zu ISO 27001/27002. Zertifizierbar in Kombination mit ISO 27001 und relevant für DSGVO‑konforme Verarbeitung.
SOC-Berichte (System and Organization Controls) sind international etablierte Prüfungsnachweise zur Beurteilung interner Kontrollsysteme (IKS) von Dienstleistungsunternehmen.
Der deutsche Prüfungsstandard IDW PS 951 beurteilt das interne Kontrollsystem von Dienstleistungsunternehmen, insbesondere im Kontext von Auslagerungen:
IDW PS 951 Typ 1 bestätigt die Angemessenheit und sachgerechte Ausgestaltung der Kontrollen zu einem definierten Stichtag.
IDW PS 951 Typ 2 bestätigt zusätzlich die Wirksamkeit der implementierten Kontrollen über einen Prüfungszeitraum.
Inhaltlich erfüllen IDW-PS-951-Prüfungen im deutschen Markt funktional eine vergleichbare Rolle wie SOC-Berichte.
Ein IDW PS951 Typ 2-Testat liegt vor. Für viele deutsche Kunden ist dieser Nachweis funktional mit einem SOC-2-Typ-2-Bericht vergleichbar und adressiert zentrale Anforderungen an die Kontrollwirksamkeit, insbesondere im Umfeld regulierter Auslagerungen (z. B. im DORA/BaFin-Kontext).
Das Trusted Cloud Datenschutzprofil für Cloud-Dienste (TCDP) ist ein in Deutschland entwickeltes Zertifizierungsmodell zur Bewertung der datenschutzkonformen Ausgestaltung von Cloud-Services. Es basiert auf technischen und organisatorischen Maßnahmen, die häufig auf bestehenden Informationssicherheits- und Datenschutzmanagementsystemen (z. B. ISO 27001 und ISO 27018) aufbauen und diese ergänzen.
EuroCloud-Zertifizierungsmodelle (z. B. EuroCloud StarAudit) stellen europäische Bewertungs- und Klassifizierungsansätze für Cloud-Sicherheit und Datenschutz dar. Sie verfolgen in der Regel ein mehrstufiges Modell, bei dem Cloud-Dienste anhand definierter Sicherheits- und Compliance-Kriterien eingeordnet und mit entsprechenden Labels oder Zertifizierungen ausgezeichnet werden.
Im regulatorischen Umfeld ist entscheidend, dass Sicherheitsmaßnahmen nachvollziehbar strukturiert, wirksam umgesetzt und gegenüber Kunden sowie Aufsichtsbehörden belastbar nachgewiesen werden können. Dabei kommt es weniger auf die Anzahl einzelner Zertifizierungen an als auf die Fähigkeit, bestehende Sicherheits- und Kontrollmechanismen konsistent in eine integrierte Compliance-Nachweisstrategie zu überführen.
Ein zentraler Ansatz besteht darin, ein etabliertes Informationssicherheits-Managementsystem mit unabhängigen Prüfungsnachweisen zu kombinieren und regulatorische Anforderungen projektspezifisch in Leistungs- und Kontrollstrukturen zu integrieren.
Ein nach ISO 27001:2022 zertifiziertes Informationssicherheits-Managementsystem bildet die strukturelle Grundlage zur Umsetzung wesentlicher Anforderungen aus regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Rahmenwerken. Dies betrifft insbesondere:
Anforderungen aus NIS-2, etwa in Bezug auf Risikomanagement, technische und organisatorische Maßnahmen sowie kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsorganisation
Strukturelle Vorgaben aus DORA, beispielsweise hinsichtlich Governance, Incident-Management, IKT-Risikomanagement und Steuerung von Dienstleistern – sofern entsprechende Pflichten vertraglich in den Leistungs- und Kontrollscope integriert werden
Erwartungen nationaler Aufsichtsbehörden (z. B. im Kontext von regulierten Kunden) hinsichtlich Informationssicherheits-Governance, Auslagerungsmanagement und Notfallvorsorge
Die ISO-27001-Zertifizierung bestätigt dabei die Existenz eines systematischen, risikobasierten Managementansatzes und dient als international anerkannter Referenzrahmen für zahlreiche regulatorische Anforderungen.
Das vorhandene IDW PS 951 Typ 2-Testat ergänzt diesen Managementsystem-Nachweis um eine unabhängige Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit implementierter Kontrollen über einen definierten Prüfungszeitraum. Dadurch wird nicht nur die konzeptionelle Ausgestaltung, sondern auch die tatsächliche Funktionsfähigkeit sicherheitsrelevanter Maßnahmen transparent bestätigt.
In funktionaler Hinsicht erfüllt ein solcher Prüfbericht im deutschen Markt eine vergleichbare Rolle wie SOC-1- oder SOC-2-Typ-2-Berichte. Für viele Kunden – insbesondere im regulierten Umfeld – stellt dies einen belastbaren und anerkannten Nachweis dar, wenn internationale „SOC-Anforderungen“ formuliert werden.
Viele zusätzliche Sicherheits- und Compliance-Frameworks konkretisieren bestehende Anforderungen, ohne grundlegend neue Sicherheitsmechanismen einzuführen. Eine integrierte Nachweisstrategie verfolgt daher das Ziel, vorhandene Management- und Kontrollstrukturen konsistent auf unterschiedliche regulatorische und marktseitige Erwartungen auszurichten.
Dies umfasst insbesondere:
Nutzung eines etablierten Managementsystems als zentralen Governance-Rahmen
Ergänzende Prüfungsnachweise zur Bestätigung der Kontrollwirksamkeit
Vertragsbasierte Operationalisierung regulatorischer Anforderungen im Kundenkontext
Gezielten Einsatz zusätzlicher Zertifizierungen nur bei nachweisbarem regulatorischem oder marktseitigem Mehrwert
Dieser Ansatz unterstützt eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung regulatorischer Anforderungen, reduziert parallele Audit-Aufwände und erhöht gleichzeitig Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit für Kunden und Aufsichtsinstanzen.
Effektive regulatorische Compliance basiert in der Praxis auf der strukturierten Kombination etablierter Managementsysteme, unabhängiger Prüfungsnachweise und klar geregelter Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette.
Ein integrierter Nachweisansatz mit:
einem zertifizierten Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO 27001
unabhängigen Prüfungsnachweisen zur Kontrollwirksamkeit (z. B. IDW PS 951 Typ 2)
projektspezifisch geregelten regulatorischen Anforderungen
stellt in vielen Szenarien eine sachgerechte, effiziente und regulatorisch belastbare Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Kunden dar.
| ISO 27001 | ISMS‑Standard | Ja, Zertifizierung | Vorhandene ISO 27001:2022‑Zertifizierung |
| ISO 27017/27018/27701 | Cloud‑ und Privacy‑Controls | Erweiterung zu ISO 27001 | Durch Scope und Controls im ISMS abbildbar |
| SOC 1/2/3 | Prüfberichte zu Kontrollen | Prüfberichte, kein Zertifikat | Funktional durch IDW PS 951 Typ 2 abgedeckt |
| IDW PS 951 Typ 2 | Internes Kontrollsystem Dienstleister | Prüfungs‑/Bestätigungsvermerk | Liegt bereits vor |
| BSI C5 | Controls für Cloud‑Dienste | Prüfungsbericht/Attest | Sachlich weitgehend durch ISO 27001 + PS 951 abgedeckt; Äquivalenz möglich |
| NIS‑2 | EU‑Richtlinie zu KRITIS/essentielle Dienste | Kein Zertifikat, gesetzliche Compliance | ISMS‑Struktur und NIS‑2‑Readiness vorhanden |
| DORA | EU‑Verordnung Finanzsektor/IKT | Kein Zertifikat, gesetzliche Compliance | Nicht direkt betroffen; Anforderungen vertraglich definierbar |
| TISAX | Automobil‑Branchenlabel | TISAX‑Label | Teilweise durch ISO‑Kontrollen abgedeckt; ggf. projektspezifisch |
| IT‑Grundschutz | BSI‑Framework | BSI‑Zertifizierung | Hohe Schnittmenge zu ISO 27001; kein zusätzliches Muss |
| DIN EN 50600 | Rechenzentrums‑Standard | Zertifizierung | Relevanz v.a. für Colocation/Betrieb von RZ‑Flächen |
| TCDP, EuroCloud | Cloud‑ & Datenschutzlabels | Zertifikat/Label | Oft durch bestehende Security‑ & Datenschutzmaßnahmen erfüllbar; kein zusätzliches Muss |
Viele Ausschreibungen enthalten heute die Forderung nach einem BSI‑C5‑Testat für Cloud‑Dienste. In der Praxis steckt dahinter der Wunsch nach einem unabhängigen Nachweis, dass ein Dienstleister ein hohes Sicherheitsniveau erreicht – also nach genau dem, was wir bereits mit unserer ISO‑27001‑Zertifizierung und unserem IDW PS 951 Typ‑2‑Testat belegen.
Der BSI‑C5‑Katalog beschreibt konkrete Sicherheitskontrollen für Cloud‑Angebote, greift dabei aber weitgehend auf bewährte Informationssicherheits‑Prinzipien zurück, wie sie in der ISO‑27001‑Welt und in Prüfstandards wie IDW PS 951 oder SOC 2 bereits verankert sind. Ein gutes, gelebtes ISMS nach ISO 27001 mit wirksam getesteten Kontrollen erfüllt einen Großteil der C5‑Anforderungen bereits faktisch.
Mit der Überarbeitung der Kontrollbeschreibung der internen Kontrollsystems (IKS) wird ein Mapping zwischen ISO 27001, C5 und DORA Anforderungen berücksichtigt und eingearbeitet.
Hinzu kommt die C5‑Äquivalenz‑Verordnung | BMG: Sie ermöglicht es Auftraggebern, andere anerkannte Zertifizierungen und Prüfberichte als C5‑äquivalent anzuerkennen. Genau hier setzen wir an: Unsere ISO‑27001:2022‑Zertifizierung und unser IDW‑PS‑951‑Typ‑2‑Testat bieten in Kombination ein mindestens gleichwertiges Sicherheits‑ und Kontrollniveau – inklusive nachgewiesener Wirksamkeit über einen längeren Zeitraum.
Zusätzlich unterstützt das BSI mit der Kreuzreferenztabelle C5 zu ISO IEC 27001:2022.
Für unser Kunde bedeutet das:
Sie erhalten ein tatsächlich hohes Sicherheitsniveau mit international anerkannten Standards.
Sie können Anforderungen an C5 mit unseren bestehenden Zertifizierungen und Prüfberichten sachgerecht abdecken.
Sie vermeiden Mehrkosten, längere Projektlaufzeiten und zusätzliche Audit‑Aufwände, die durch ein zusätzliches, inhaltlich weitgehend redundantes C5‑Testat entstehen würden.